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Vitalpilze in Nahrungsergänzungsmitteln Ja oder Nein?

Vitalpilze in Nahrungsergänzungsmittel

 

Grundsätzliches zu Pilzen/Vitalpilze:

Bei der Bezeichnung „Vitalpilze“ handelt es sich ausschließlich um eine Marketing-Bezeichnung, welche weder (rechtlich) definiert noch geschützt ist. Vermarktet werden damit Erzeugnisse, die pulverisierte, zerkleinerte Pilze bzw. Pilzextrakte enthalten. Üblicherweise handelt es sich dabei um Pilze, die nicht als Speisepilze verwendet werden, weil ein Pilz-Extrakt bis zu 20-mal wirkungsvoller als „nur“ Pilzpulver eingestuft wird.

Das Wort „Vitalpilze“ ist seit jeher ein Anstoß für Behörden. „Speisepilze“ wäre angebrachter.

Ein paar Beispiele für ernährungsphysiologisch relevante Pilze:

 

Igelstachelbart Pilz – Hericium erinaceus

Das Mycel (reine Sporen und Geflecht aus dem Boden und/oder Rinde) des Igelstachelpilzbart Pilz (Hericium erinaceus) werden im Novel Food cataloque als nicht zugelassenes Novel Food aufgrund des Gesuchs von Spanien geführt. In der Schweiz ist er in der Liste der erlaubten Pilze aufgeführt. Eine neue deutsche BVL-Liste für Pilze beschreibt ihn als Lebensmittel, wenn es sich ausschließlich um die sichtbaren Bestandteile des Pilzes handelt. Als Wildbestand gilt er als gefährdet. Achtung die reinen Sporen sind verboten! Deshalb wird ein Rohstoffzertifikat benötigt, welches bestätigt, dass keine reinen Sporen enthalten sind. Am besten wäre ein reines Pilzpulver oder ein mycelfreier Extrakt, dann müssten auch nicht ernährungs- und physiologischen Komponenten angegeben werden.

Mandelpilz — Agaricus blazei Murrill

Das Mycel (reine Sporen und Geflecht aus dem Boden und/oder Rinde) des Agaricus blazei sind laut Novel Food cataloque nicht erlaubt. In der BVL-Liste wird er als Speisepilz geführt. Der Agaricus blazei besitzt nachweislich den höchsten Anteil an speziellen, wertvollen Polysacchariden – den sogenannten Beta-D-Glucanen (Beta-(1-3) -D-Glucan, Beta-(1-4)-D-Glucan und Beta-(1-6)-D-Glucan). Diese Zuckerverbindungen gelten als die pilztypisch bedeutungsvollsten Verbindungen des Mandelpilzes. Auch weitere Vitalpilze wie der Shiitake oder der glänzende Lackporling enthalten die Beta-D- Glucane, im Vergleich mit dem Agaricus blazei allerdings in geringerer Menge. Darüber hinaus enthält der Vitalpilz das nützliche Ergosterol bzw. Ergosterin, ein biochemisch bedeutender Naturstoff aus der Gruppe der Sterine. Es wird ein Rohstoffzertifikat benötigt, welches zum einem bestätigt, dass keine Sporen und/oder ausschließlich Sporen verwendet werden und zum anderen die ernährungs- und physiologischen Komponenten ausweist. Am besten wäre ein reines Pilzpulver oder ein mycelfreier Extrakt, dann müssten auch nicht ernährungs- und physiologischen Komponenten angegeben werden.

Shiitake Pilz – Lentinula edodes

Für den Shiitake Pilz (Lentinula edodes) gibt es eine Durchführungsverordnung. Er gilt somit als zugelassener Speisepilz. Bedingung ist, dass dieser mindestens 20 Minuten gekocht wird, weil der Shiitake bei unzureichender Kochzeit zu Hautreaktionen führen kann. Allerdings sind die reinen Sporen und das Geflecht dieses Pilzes kritisch zu bewerten. Für Nahrungsergänzungsmittel gilt ein Höchstgehalt von 2,5 mg/Tag Lentinula-edodes-Mycelauszug. Bitte unbedingt darauf achten, dass der Mycelgehalt nicht überschritten wird. Am besten wäre ein reines Pilzpulver oder ein mycelfreier Extrakt, dann müssten auch nicht ernährungs- und physiologischen Komponenten angegeben werden.

Ernährungs- und physiologische Inhaltstoffe von Vitalpilzen

Wie alle Pilze sind auch die „Vitalpilze“ reich an pilztypischen, unverdaulichen Polysacchariden. Hierzu gehören verschiedene Beta-, Xylo- und Heteroglykane, Chitinhaltige Verbindungen und Polysaccharid-Protein-Komplexe [Lo et al. 2011]. Daneben sind Terpenoide und kurzkettige Peptide häufig vertreten [Lo et al. 2011; Lam et al. 2015]. Einzelne Pilzarten enthalten zudem spezifische Inhaltsstoffe, beispielsweise das sogenannte Cordycepin in Ophiocordyceps sinensis oder das Enzym Laccase in Coriolus versicolor. Zum toxikologischen Profil dieser Verbindungen gibt es keine systematischen Untersuchungen oder aussagekräftige Daten.

 

Wenn Sie mehr über Pilze und Pilz-Extrakte im Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln erfahren wollen, beraten wir Sie – die Steiner Projektberatung – gerne. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, oder rufen Sie uns unter 0821/45080396

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